Pädagogik

Der Situationsansatz

Wir arbeiten bei den Südstadt Pänz nach dem Situationsansatz mit Öffnung der Gruppen. In diesem Konzept haben die Kinder eine feste Gruppenzugehörigkeit, ihnen stehen jedoch alle Räume der Einrichtung zum Spielen, Lernen und Erforschen zur Verfügung. Somit betreut und fördert jede/r ErzieherIn auch Kinder der anderen Gruppe.

Bildung im Situationsansatz wird verstanden als die Aneignungstätigkeit, mit der sich der Mensch ein Bild von der Welt macht und sie verantwortlich mitgestaltet. Sich ein Bild von der Welt zu machen, beinhaltet:

  • sich ein Bild von sich selbst in dieser Welt machen – Eigenverantwortung übernehmen, sich ein Bild von den anderen in dieser Welt machen – sich solidarisch in die Gemeinschaft einbringen,
  • sich ein Bild von den Phänomenen und Ereignissen in der Welt machen – die Lebenswelt erkunden und verantwortlich mitgestalten (vgl. Preissing et al. 2009, 44ff.).

Diese drei Ebenen von Weltaneignung sind grundlegende Strukturelemente der Ziele und Inhalte von Bildungsprozessen im Situationsansatz. Sie sind begründet in der Auffassung, dass Bildungsprozesse stets an sinnstiftende Fragen der Kinder gebunden sind. Aus der Entwicklungspsychologie ist bekannt, dass frühkindliche Bildungsprozesse eng mit dem unmittelbaren Erleben der Kinder verknüpft sind. Nur wenn die Inhalte subjektiv bedeutsam für ein Kind sind, nur wenn das innere Erleben des Kindes angesprochen ist, wendet es sich mit Interesse den Dingen und Erscheinungen des Lebens zu. Wir, die nach dem Situationsansatz arbeiten, beobachten deshalb aufmerksam und versuchen herauszufinden, was für die Kinder bedeutsam ist, worauf sie ihre Aufmerksamkeit richten, wobei und wofür sie sich engagieren und auf welche Ressourcen sie zurückgreifen. Die Förderung von Lernprozessen wird im Situationsansatz demnach nicht bestimmt durch Vermittlung isolierter, nach Bildungsbereichen oder Gruppen gegliederter und aus dem Sinnzusammenhang gerissener Inhalte. Stattdessen ist die Aneignung von Wissen und Können eng an die unmittelbaren Erlebnisse und Handlungen der jüngeren und älteren Kinder geknüpft, die ihr Interesse und ihre Neugier und Entdeckerlust wecken und ihnen helfen, das Leben immer tiefer zu begreifen und heute sowie später aktiv mitzugestalten.